Road-Map zur 1. Fassung

Do it – with Love!

Rat und Feedback und dramaturgische Begleitung von der Logline an kann hilfreich sein. Muss aber nicht. Manchmal und für manche kann es stimmig und angemessen sein, sich nicht sofort Rückmeldung und Beratung zu eigenen Projekt zu holen. Sondern? Man schreibt es einfach! Denn da ist zunächst so viel Empfindsames, was ungestört heranwachsen möchte. Die innige Auseinadersetzung des Autors/der Autorin mit seiner/ihrer Geschichte und mit den Figuren ist ein ganz persönlicher intimer Prozess. In diesem Samenkorn, das in der Erde wurzelt, will so vieles erst einmal anerkannt, aufgeschrieben und in Ruhe angeschaut werden, ohne sich gleich dem Wind und Wetter an der Erdoberfläche ausgesetzt zu sehen. Schaue, welchen Weg du gehen möchtest. In jedem Fall gilt die Binsenweisheit: Wer Bücher schreibt, ist Autor. Wer Drehbücher schreibt, ist Drehbuchautor.

Für alle, die nach dieser Erkenntnis jetzt sofort loslegen wollen, gibt es hier zwei erprobte „TO DO“-Roadmaps zur Inspiration für den eigenen Weg. Es handelt sich um zwei sehr gegensätzliche Ansätze. Übrigens habe ich beide „Fahrpläne“ auch selbst ausprobiert, und kann sagen: Beide haben ihre speziellen Vorteile; es kommt auf das Projekt und die eigene Befindlichkeit drauf an. Und natürlich sei auch hier darauf hingewiesen: „Pläne sind dazu da, verworfen zu werden.“

Die VIER-WOCHEN-METHODE

(frei nach Dov Simens, weltbekannt durch seine „2 Day Filmschool“)

Voraussetzung: Du solltest augenblicklich (oder vielleicht sogar schon ewig) mit einer Geschichte im Kopf schwanger gehen – oder – zumindest schon mal ein Buch zum Thema Drehbuchschreiben gelesen oder einen Workshop besucht haben – oder – gern ins kalte Wasser springen. Sollte mindestens einer der genannten Punkte erfüllt sein, dann folge zum Beispiel folgendem Plan:

Dein erstes Drehbuch in vier Wochen:

(Drehbuch schreiben lernen nach dem „Learning by doing“–Prinzip)

1. Woche

1. Tag

Denke dir einen Titel für deine Idee aus (1 bis 3 Worte)

2. Tag

Schreibe das emotionale Thema deiner Idee auf

und hänge den Zettel gut sichtbar an deinem Arbeitsplatz auf (5 bis 8 Worte)

3. Tag

Schreibe die Logline. Sie muss großes Konfliktpotenzial enthalten. (15-25 Worte)

Jetzt hast du eine Story.

4. Tag

Nimm dir drei Blätter Papier. Schreibe oben auf die erste Seite den Anfang, unten auf die letzte Seite das Ende. Der Anfang muss die „5 W’s“ beantworten; Wer? Was? Wann? Wo Wie?

5. Tag

Fülle die weiße Fläche zwischen Anfang und Ende mit emotional mitreißenden Szenen auf.

(Tipp: Finde zuerst den Höhepunkt: er dient euch als Leuchtturm!)

2. Woche

Schreibe am ersten Tag nur 15 Minuten die 1. Szene. Nicht länger, nicht mehr!

Verfahre am zweiten Tag genauso mit der 2. Szene.

Verfahre am dritten Tag genauso mit der 3. Szene.

Es wird dir immer leichter fallen. Plötzlich willst du mehr schreiben.

3. und 4. Woche

Du wirst jeden Tag 10 bis 20 Seiten schreiben, weil du Freude daran hast. Am Ende hältst du deine 1. Fassung in den Händen.

Denk daran:

„Keine Angst vor dem Versagen!“

Und:

„Schreiben ist nichts, überarbeiten ist alles!“

 

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Wem das zu schnell geht und wer es lieber solide möchte, dem sei hier die Road-Map frei nach Robert McKee dargelegt, wie er sie in seinen legendären „Story“-Seminaren empfohlen hat:

Die NEUN-MONATE-METHODE

(frei nach Robert McKee)

Zur ersten Drehbuch-Fassung in 9 Monaten:

  1. – 3. Monat

Begebe dich in die innere und äußere Recherche zum deinem Stoff.

(Damit du zum „Gott“ deiner filmischen Welt wirst.)

Arbeite in der Recherche-Phase parallel am Thema, am Plot, und am Exposé. Mache auch Szenen- und/oder Dialog-Notizen.

  1. – 5. Monat

Schreibe auf drei Blättern die 40 bis 60 Hauptszenen deiner Geschichte. Maximal ein Satz pro Szene, der besagt, was in der Szenen passieren soll (z.B. sie lernen sich kennen), aber nicht unbedingt wie (z.B. beim Tanzen; bei einer Reifenpanne auf der Autobahn etc.). Dann hast du die Step-Outline.

Nimm dir dafür wirklich diese Zeit, denn das erspart dir später im Drehbuch viel Arbeit.

Parallel dazu kannst du konkrete Umsetzungs-Ideen für die Szenen sammlen, also was nun wie passieren soll. Schreibe ruhig auch Probe-Szenen dazu.

  1. – 7. Monat

Verfasse ein ausführliches Treatment:

Das Treatrment braucht kein Präsentations-Treatment von 20 bis 30 Seiten sein. Denn es kann sehr hilfreich, wenn du in einem persönlichen Arbeitstreatment auch den Subtext der Szenen miterzählst. Das dient zur Bewusstwerdung, was in den Figurne abgeht und was sie nachher im Dialog versuchen zu vertuschen oder überspielen. Lasse also dem Stoff den Raum, den er sich nimmt.

8.- 9. Monat

Schreiben alle Szenen und den vollständigen Dialog.

Mit der umfangreichen Vorbereitung, sollte es dir möglich sein, die erste Fassung des Drehbuchs zu schreiben. Wichtig ist, dass du weißt, worauf die Geschichte im drittten Akt hinausläuft. McKee nennt das den „Leuchtturm“. Je genauer deine Vorstellung vom Höhepunkt der Story ist, desto besser kannst den roten Faden der Handlung folgen.

Das waren zwei Roadmaps, die einen Impuls geben sollen, mit dem Machen anzufangen. Wenn du nach den wichtigsten Basics zum Drehbuchschreiben suchst, dann klickst du dich hier zu Wikibooks „Wie schreibe ich ein Drehbuch?“ Da gibt es alles Nötige in aller Kürze und umsonst.