{"id":131,"date":"2022-08-12T14:36:18","date_gmt":"2022-08-12T14:36:18","guid":{"rendered":"http:\/\/marcuspatrickrehberg.com\/?page_id=131"},"modified":"2022-08-14T15:30:32","modified_gmt":"2022-08-14T15:30:32","slug":"die-figurenleiter","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/marcuspatrickrehberg.com\/?page_id=131","title":{"rendered":"Die Figurenleiter"},"content":{"rendered":"\n<p>Sieben thematische Entwicklungsstufen in Filmklassikern<\/p>\n\n\n\n<p><em>Dramaturgische Storytelling-Methode entwickelt von Marcus Patrick Rehberg, VeDRA<\/em>. <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Vom Finden<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Besch\u00e4ftigt man sich in der dramaturgischen Recherche mit der Entwicklung von Figuren, Systemen, Gesellschaften oder ganzen Welten, kommt man fr\u00fcher oder sp\u00e4ter auch zum biblischen Bild der \u201eJakobsleiter\u201c. Wie mannigfaltig ihre (Bewusstseins-)Stufen definiert werden (\u00e4hnlich der Stufen der mythischen Einweihungstempel), kann man in verschiedenen Schriften nachlesen: Neben komplexen Systemen wie dem kabbalistischen Lebensbaum findet man auch eine siebenstufige Struktur, die die Einzuweihenden allein oder gemeinsam durchlaufen. Wenn es im alten Mysterienwissen der Menschheit eine solche Stufenleiter gibt, liegt f\u00fcr einen Dramaturgen die Frage nahe, ob dies auch auf das Erz\u00e4hlen von Geschichten zutrifft. Zumindest bei Filmklassikern, die immerhin \u00fcber einige Jahrzehnte und Generationen hinweg Bestand hatten, lie\u00dfe sich eine solche \u201eg\u00f6ttliche Dramaturgie\u201c vermuten.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Vom Suchen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Aufgrund dieser Annahme untersuchte ich daher Klassiker der Filmgeschichte auf eine bestimmte gemeinsame Struktur hin, die ich \u2013 angelehnt&nbsp;an die biblische Jakobsleiter \u2013 \u201eFigurenleiter\u201c nenne, und wurde f\u00fcndig:<\/p>\n\n\n\n<p>In folgenden sieben Entwicklungsstadien oder Dimensionen durchlaufen die Figur sowie das Figurenensemble bzw. -orchester zahlreicher Filmklassiker bestimmte Lernprozesse bzw. tragen in diesen Phasen entsprechende Konflikte aus: <strong>Ordnung, Freier Wille, Ernsthaftigkeit, Geduld, Barmherzigkeit, Weisheit, Liebe<\/strong>. Zu jeder Stufe geh\u00f6ren nat\u00fcrlich auch die jeweiligen Polarit\u00e4ten von \u201eOrdnung vs. Chaos\u201c bis zu \u201eLiebe vs. Hass\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Musterplan<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Bevor ich zu drei konkreten Beispielanalysen komme, erkl\u00e4re ich das gemeinsame, allgemeine Muster, dass sich bei Dutzenden von Filmklassikern zeigte: Man findet die Stufen <strong><em>Ordnung<\/em><\/strong> und <strong><em>Freier Wille<\/em><\/strong> meistens im ersten Akt. Zun\u00e4chst herrscht Ordnung oder eben Chaos. Oder beides gleichzeitig. Oder Chaos bricht in die Ordnung ein. Und dadurch wird der freie Wille der Hauptfigur bez\u00fcglich ihrer Reaktionen und ihrer Entscheidungen herausgefordert und mit dem freien Willen des Antagonisten konfrontiert.<\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>Ernsthaftigkeit<\/em><\/strong> und <strong><em>Geduld<\/em><\/strong> werden im zweiten Akt bedeutsam. Denn sp\u00e4testens ab dem ersten Wendepunkt bzw. dem \u201ePoint of no return\u201c wird es ernst: Denn die Figuren erleben die Konsequenzen der Aus\u00fcbung ihres freien Willens und es w\u00e4chst dadurch eine Ernsthaftigkeit in ihnen. Ab dem Midpoint werden sie dann oft auf die Geduldsprobe gestellt. Die Reise scheint kein Ende nehmen zu wollen. Die Ausdauer und das Durchhalteverm\u00f6gen werden dann in der Katastrophe ultimativ erprobt: Scheitern und wieder aufstehen. Aufgeben oder weitermachen. Dabei wird bereits Erfahrung in Sachen <strong><em>Barmherzigkeit<\/em><\/strong> gesammelt. Die Hauptfigur gew\u00e4hrt oder erf\u00e4hrt Barmherzigkeit, Gnade vor Recht, Erbarmen oder \u00e4hnliches. Gegebenenfalls kann sie die selbst empfangene Gnade auch anderen zuteil werden lassen. Dies geschieht meist w\u00e4hrend der Katastrophe und im Anfang des dritten Akts. Im dritten Akt m\u00fcndet dies dann in eine tiefere Erkenntnis oder eben in Wissen und <strong><em>Weisheit <\/em><\/strong>und diese f\u00fchrt zu einer anderen Weltsicht, einer Umkehr im Handeln. Meist f\u00fchrt dies in der Folge zu einer Form von wahrhaftigerer oder gelebter <strong><em>Liebe<\/em><\/strong> und\/oder der Auseinandersetzung mit dem entgegengesetzten Gef\u00fchl des Hasses. Wobei diese Liebe (und der Hass als ihr Gegenpol) viele unterschiedliche Dimensionen und Facetten haben kann, wie z.B. in RIFIFI (F, 1955, R: Jules Dassin, oft \u201eVater aller Heist-Filme\u201c genannt), wo der Akt der Liebe darin besteht, dass nach dem Ausagieren des Hasses unter verfeindeten Kriminellen der t\u00f6dlich verwundete (Anti-)Held das Kind seines get\u00f6teten Kollegen mit letzter Kraft zur\u00fcck zur Mutter bringt. Betrachten wir die sieben Entwicklungsstufen nun anhand von drei fr\u00fchen Filmklassikern:<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Bunt ist alle Empirie<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>GOLDRAUSCH (USA, 1925) wurde von Charlie Chaplin als einem Meister seines Fachs inszeniert. \u2013 1. Stufe <strong><em>Ordnung<\/em><\/strong>: Die Balance zwischen Ordnung und Chaos ist im Alaska der Goldrausch-Zeit ins Ungleichgewicht gekippt: Chaplins Figur des Tramp ger\u00e4t durch ein Schneesturm-<em>Chaos<\/em> in eine H\u00fctte mit einem gutm\u00fctigen Goldsucher und einem b\u00f6sartigen<em> Gesetzesbrecher<\/em>. Dieser t\u00f6tet auf der Suche nach etwas zu Essen zwei <em>Gesetzesvertreter<\/em> und \u00fcberl\u00e4sst gewissenlos (freier Wille) den Tramp und den Goldsucher ihrem Schicksal. \u2013 2. Stufe <strong><em>Freier Wille<\/em><\/strong>: Der Tramp trifft in der sich t\u00e4glich verschlimmernden Hungersnot die <em>Willensentscheidung<\/em>, seinen Schuh zu verspeisen und zelebriert dies gen\u00fcsslich. Der freie Wille des gutm\u00fctigen Goldsuchers geht soweit, sich <em>zu entscheiden<\/em>, zum Kannibalen zu werden. Der Tramp ist mit den lebensgef\u00e4hrlichen Folgen des freien Willens des Goldsuchers konfrontiert. Nachdem sie jedoch einen B\u00e4ren erlegt haben, <em>entscheiden<\/em> sie sich f\u00fcr verschiedene Lebenswege: Der Goldsucher <em>will<\/em> zu seiner Goldmine, der Tramp <em>will <\/em>zur\u00fcck in die Stadt. \u2013 3. Stufe <strong><em>Ernsthaftigkeit<\/em><\/strong>: In Bezug auf seine Entscheidung wird es f\u00fcr den gutm\u00fctigen Goldsucher unvermittelt <em>Ernst<\/em>, als er mit dem b\u00f6sartigen Gesetzesbrecher um seine Goldmine k\u00e4mpfen muss. Der Verbrecher erf\u00e4hrt die Konsequenzen seines freien Willens, als er zu Tode st\u00fcrzt. Der Goldsucher verliert beim Kampf die Erinnerung daran, wo seine Goldmine liegt. \u2013 In der Goldsucherstadt verliebt der Tramp sich <em>ernsthaft<\/em> in eine Bardame, die ihn jedoch nicht <em>ernstnimmt<\/em>, und nur <em>zum Schein<\/em> seine Einladung zum Silvesterabendessen annimmt. \u2013 4. Stufe <strong><em>Geduld<\/em><\/strong>: Der Tramp <em>wartet<\/em> am Silvesterabend vergeblich auf seine Verehrte, <em>schl\u00e4ft ein<\/em> und <em>tr\u00e4umt<\/em> davon, wie er die Bardame mit seinem \u201eBr\u00f6tchen-Gabel-Tanz\u201c unterh\u00e4lt. \u2013 5. Stufe <strong><em>Barmherzigkeit<\/em><\/strong>: Als der gutm\u00fctige Goldsucher den Tramp <em>bittet<\/em>, ihm <em>zu helfen<\/em>, seine Goldmine wiederzufinden, <em>hilft<\/em> der Tramp ihm. Erneut sind sie einem <em>gnadenlosen<\/em> Schneesturm ausgeliefert und finden wiederum <em>Zuflucht<\/em> in derselben H\u00fctte. Als diese an den Rand eines tiefen Abgrunds geweht wird, entbrennt ein <em>unbarmherziger<\/em> \u00dcberlebenskampf, in dem beide schlie\u00dflich <em>in gegenseitiger Hilfe<\/em> dem Tod entrinnen. \u2013 6. Stufe <strong><em>Weisheit<\/em><\/strong>: Die Goldmine macht aus dem Tramp und dem Goldsucher Million\u00e4re. Als <em>M\u00e4nner von Welt<\/em> reisen sie auf einem pr\u00e4chtigen Dampfer. Dort begegnet der Tramp, der f\u00fcr Fotoaufnahmen noch einmal seine alten Tramp-Kleider angezogen hat, zuf\u00e4llig der Bardame, die <em>nichts<\/em> von seinem Goldfund <em>wei\u00df<\/em>. Der Tramp <em>erkennt<\/em>, dass sie ihn wirklich liebt, da sie ihn <em>f\u00fcr einen blinden Passagier h\u00e4lt <\/em>(<em>Unwissenheit<\/em>), ihn vor den Kontrolleuren verstecken will und sogar anbietet, f\u00fcr ihn die Reise zu zahlen. Und damit sind wir bereits auf der letzten Stufe angelangt \u2013 7. Stufe <strong><em>Liebe<\/em><\/strong>: Im Tramp entflammt die zuvor entt\u00e4uschte, unerf\u00fcllte Liebe erneut und er offenbart sich nun seiner <em>geliebten<\/em> Bardame und <em>h\u00e4lt um ihre Hand an<\/em>.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>M \u2013 EINE STADT SUCHT EINEN M\u00d6RDER<\/strong> (D, 1931) wurde von Fritz Lang als einer der ersten deutschen Tonfilme gedreht. \u2013 1. Stufe <strong><em>Ordnung<\/em><\/strong>: Ein Serienm\u00f6rder st\u00fcrzt den Lebensalltag der Berliner Bev\u00f6lkerung sichtlich ins <em>Chaos<\/em>, gepr\u00e4gt von \u00c4ngsten und gegenseitigen Verd\u00e4chtigungen. Die <em>Gesetzesh\u00fcter<\/em> sind mit der Situation ziemlich \u00fcberfordert. \u2013 2. Stufe <strong><em>Freier Wille<\/em><\/strong>: Da die enorme Polizei\u00fcberwachung das organisierte Verbrechen in den Kreis der Verd\u00e4chtigen mit einschlie\u00dft, <em>beschlie\u00dfen<\/em> die Verbrecherbosse <em>freiwillig<\/em>, die Polizei zu unterst\u00fctzten, und <em>auf ihre Weise<\/em> nach dem M\u00f6rder zu suchen. Die Polizei stellt aufgrund eines Bekennerschreibens die <em>Zurechnungsf\u00e4higkeit<\/em> (den freien Willen) des T\u00e4ters infrage und nimmt ehemalige Insassen der Psychiatrischen Anstalten ins Visier. \u2013 3. Stufe <strong><em>Ernsthaftigkeit<\/em><\/strong>: F\u00fcr den T\u00e4ter wird es <em>ernst<\/em>, als sowohl die Verbrecherorganisationen als auch die Polizei ihm immer mehr auf die Spur kommen. \u2013 4. Stufe <strong><em>Geduld<\/em><\/strong>: Obwohl die Verbrecher dem Kindesm\u00f6rder dicht auf den Fersen sind, ist dieser wie vom Erdboden verschluckt. Aber sie <em>lassen nicht locker<\/em> und schnappen ihn schlie\u00dflich vor der Polizei. \u2013 5. Stufe <strong><em>Barmherzigkeit<\/em><\/strong>: Die Angeh\u00f6rigen des organisierten Verbrechens veranstalten eine Art geheimen Schauprozess, in dessen Verlauf der angeklagte Kindesm\u00f6rder auf seine Weise <em>um Erbarmen fleht<\/em>. \u2013 6. Stufe <strong><em>Weisheit<\/em><\/strong>: Der Verteidiger versucht, <em>Verst\u00e4ndnis<\/em> f\u00fcr den Angeklagten zu wecken. Die Polizei <em>erf\u00e4hrt<\/em> schlie\u00dflich vom Versammlungsort der Verbrecher und nimmt den Verd\u00e4chtigen in ihre Obhut. \u2013 7. Stufe <strong><em>Liebe<\/em><\/strong>: Eine Mutter, deren Kind ermordet wurde, bekennt, dass sie <em>keinen Rachewunsch hegt<\/em>, da die Bestrafung des T\u00e4ters ihr Kind nicht wieder lebendig mache, und fordert, dass man solchen Taten besser vorbeugen sollte.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>FAHRRADDIEBE<\/strong> (I, 1948) wurde von Vittorio de Sica nach einem Roman von Luigi Bartolini verfilmt. \u2013 1. Stufe <strong><em>Ordnung<\/em><\/strong>: Der Familienvater Antonio versucht sich trotz bitterer Armut als Tagel\u00f6hner <em>in die bestehenden Gesetze <\/em>des Arbeitsmarktes <em>einzuf\u00fcgen<\/em>. Da er f\u00fcr seine Arbeit ein Fahrrad ben\u00f6tigt, verkaufen sie sogar ihre Bettw\u00e4sche daf\u00fcr. \u2013 2. Stufe <strong><em>Freier Wille<\/em><\/strong>: Ein Fahrraddieb folgt seinem <em>egoistischen<\/em> freien Willen, indem er Antonios Fahrrad stiehlt. Dadurch seiner Arbeitsgrundlage beraubt, <em>entschlie\u00dft sich<\/em> Antonio, den Fahrraddieb auf eigene Faust zu suchen. \u2013 3. Stufe <strong><em>Ernsthaftigkeit<\/em><\/strong>: Mit dem unerbittlichen <em>Ernst<\/em> seiner eigenen sowie der gesellschaftlichen Lage wird Antonio konfrontiert, als er feststellen muss, dass der Dieb ebenso arm ist wie er und dieser sogar von seinen Komplizen bzw. Nachbarn gedeckt wird, als Antonio die Polizei holt. \u2013 4. Stufe <strong><em>Geduld<\/em><\/strong>: Antonio verliert die Geduld (<em>Ausdauer, Hoffnung<\/em>) und stiehlt kurzerhand selbst ein Fahrrad. \u2013 5. Stufe <strong><em>Barmherzigkeit<\/em><\/strong>: Als er dabei erwischt wird, ist er auf die <em>Gnade<\/em> des Besitzers angewiesen, der aus <em>Mitgef\u00fchl <\/em>mit Antonio, der sich vor seinem kleinen Sohn als Dieb beschimpfen lassen muss, auf eine Anzeige verzichtet. \u2013 6. Stufe <strong><em>Weisheit<\/em><\/strong>: Dass dies keine vorbildliche L\u00f6sung war, <em>erkennt <\/em>Antonio <em>deutlich<\/em>. Sein schlechtes <em>Gewissen<\/em> ist ihm anzusehen. \u2013 7. Stufe <strong><em>Liebe<\/em><\/strong>: Gr\u00f6\u00dfer als das erschreckende Wissen, dass sein Vater zum Dieb wurde, ist beim Sohn die bedingungslose Liebe zu seinem Vater. Als er sein Leiden sieht, reicht der kleine Junge dem Vater die Hand.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Variationen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Wir haben nun gesehen, dass eine amerikanische Kom\u00f6die, ein deutscher Kriminalfilm und ein italienisches neorealistisches Sozialdrama eine \u00e4hnliche thematische oder qualitative Entwicklungsstruktur aufweisen. Die strukturellen Orientierungspunkte der klassischen Drehbuchlehren markieren dabei nicht notwendigerweise das Erreichen der n\u00e4chsten Entwicklungsebene bzw. Stufe der Figurenleiter. Es ist nat\u00fcrlich nicht bei allen Filmen so, dass alle Sprossen der Figurenleiter einfach von Anfang bis Ende erklommen werden. Sogar in manchen Klassikern geht in der Story \u201enur\u201c um das Erklimmen der n\u00e4chsten Sprosse. Konkret gesagt: Ein Actionfilm kann ausschlie\u00dflich vom archaischen Kampf zwischen Ordnung und Chaos handeln. Da sich aber jede Stufe wiederum in dieselben 7 Unterstufen gliedern l\u00e4sst, wird in einem Actionfilm<em>klassiker<\/em> das Figurenorchester diese 7 Stufen in besonderem Bezug auf den Aspekt der Ordnung durchlaufen. Das hei\u00dft, der Held und sein Antagonist tragen zwar einen Kampf auf der Stufe der Ordnung aus, der sich z.B. im dritten Akt dann aber um die Aspekte der Weisheit (vs. Unwissenheit\/Ignoranz) und Liebe (vs. Hass\/Wut) in Bezug auf die Hauptebene Ordnung vs. Chaos drehen kann, worauf der Aufstieg in die n\u00e4chstliegende Stufe (freier Wille) folgt.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Bei zahlreichen Filmklassikern bis 1960, darunter CASABLANCA und CITIZEN KANE, die oft auf Platz Eins diverser TOP100-Filmklassiker-Listen zu finden sind, aber auch bei vielen modernen Klassikern (ab 1960) wie APOCALYPSE NOW und GROUNDHOG DAY, lassen sich jene Entwicklungsstufen erkennen. Je mehr ein Film als Klassiker angesehen wird, desto wahrscheinlicher ist es, dass man die beschriebenen Phasen vorfindet.<\/p>\n\n\n\n<p>Interessanterweise geht es bei den Phasen der Figurenleiter ja um qualitative Fragen. Meines Wissens ein selten behandelter Aspekt. Denn selbst die Heldenreise beschreibt im Grunde eher eine quantitative Zunahme an Krise und Hindernissen und eine proportionale Zunahme an Erkenntnis und Kraft (in Bezug auf eine bestimmte Qualit\u00e4t) des Helden.\u00a0Solche qualitativen Aspekte und thematischen Struktur- bzw. Handlungsebenen wie die einer Figurenleiter anzuschauen bzw. zu behaupten, kann man nat\u00fcrlich auch kontrovers diskutieren. <\/p>\n\n\n\n<p>(Fachartikel von Marcus Patrick Rehberg erschienen im Online-Fachmagazin &#8222;WENDEPUNKT des Dramaturgenverbands VeDRA.)<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Marcus Patrick Rehberg<\/strong><em>, M.A. Neuere deutsche Literatur und Medien, NF: Ethnologie und Grafik &amp; Malerei, arbeitet u.a. als Autor, Dramaturg und Dozent f\u00fcr Drehbuchschreiben.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sieben thematische Entwicklungsstufen in Filmklassikern Dramaturgische Storytelling-Methode entwickelt von Marcus Patrick Rehberg, VeDRA. 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